Gutes Wälder Heu dank Hühnerdung?

Leserbriefe / 20.11.2012 • 19:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es ist schon jetzt ein Faktum, dass durch Futtermittelimporte ein Teil des guten Bergkäses nicht in den Bergen „wächst“. So wie Hochleistungskühe auf den Alpen Kraftfutter brauchen, weil sie mit den saftigen Alpenkräutern allein die Alpsaison nicht überleben würden. Wenn es allerdings stimmt, dass Hühnerdungpellets mit – vorsichtig formuliert – kurioser Herkunft auf unseren Heuwiesen landen, dann ist „der Zapfen ab“. Denn was sich alleine unter dem Stichwort „organic chicken manure fertilizer“ im Internet an Anbietern tummelt (von Holland über Litauen bis Malaysia, von vertrauenserweckenden „Online-Händlern“ wie alibaba.com – kein Witz!), verdirbt dem unbedarften Käsegenießer schlagartig den Appetit. Wer nur eine Spur einer Ahnung von den Praktiken der Massen-Geflügelzucht hat, weiß, dass auch die noch so hygienisch pelletierten Reste aus diesem Wahnsinn nichts Gutes enthalten können.

Es ist jedenfalls pure Heuchelei, einerseits schon beim Aussprechen des Wortes „Klärschlammkompost“ fast einen „Herzkasper“ zu bekommen und andererseits organische „Antibiotika“-Billigdünger, womöglich sogar „Made in China“, auf die Ländle-Wiesen zu streuen. Es ist natürlich auch ein Wahnsinn, im Lebensmittelhandel Hühner- und Putenfleisch für 3 Euro/kg zu (ver)kaufen. Naja, wenigstens erspart einem das Zeug im Falle einer Verkühlung den Gang zum Apotheker. Mahlzeit!

Dr. Klaus König, Hofsteigstrasse 8, Lauterach