Hühnerdung und Käse

Leserbriefe / 21.11.2012 • 19:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es sind nicht die Wälder Bauern, die auf die Idee kamen, überschüssigen Industrieabfall in Form von giftigem Hühnermist aus Intensivbetrieben in Holland und Norddeutschland tonnenweise auf ihren Feldern auszubringen. Solch skandalös anmutende Praktiken werden von der Landwirtschaftskammer im Rahmen von Beratungen unter Landwirten verbreitet und auf diese Art „empfohlen“. Dieser Unfug wird aus öffentlichen Geldern finanziert. Nicht zuletzt kassieren die Hühnermist-Bauern dafür auch noch üppige Förderungen. In Anbetracht der Situation ist es verständlich, dass Landwirtschaftskammer-Präsident Moosbrugger von einem Zusammenhang zwischen importiertem Hühnermist, dem schon länger bekannten Problem und „explodiertem“ Käse nichts wissen will und auf bakterielle Untersuchungen verweist. Schlussendlich hat die Landwirtschaftskammer den Landwirten diese Möglichkeit unterbreitet bzw. „empfohlen“. Es geht also um Gier und Geld. Der Landwirtschaftskammer ist scheinbar auch nichts heilig, wenn es um Profit geht. Der Fisch beginnt meistens am Kopf zu stinken. Auch in der Intensiv-Hühnerhaltung kommen massenhaft Antibiotika zum Einsatz, sodass – wie aufgedeckte Skandale zeigen – wiederholt resistente Keime im Hühnerfleisch auftauchen. Gentechnisch verunreinigte Futtermittel, „Wachstumsbeschleuniger“ usw. sind in der industriel­len „Folterzucht“ an der Tagesordnung. Derartige Substanzen gelangen in die Nahrungskette und ins Grundwasser. In deutschen Städten gibt es deshalb schon länger die „Antibabypille aus dem Wasserhahn“.

Josef Bechter, Gartenstraße 6, Lochau