Einseitige ­Berichterstattung

Leserbriefe / 22.11.2012 • 21:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Auf den VN-Titelseiten dieser Woche steht Israel bzw. der Nahostkonflikt wieder im Zentrum. Es ist interessant festzustellen, welche Bildersprache von dem nicht genannten Redakteur der Montag- und Dienstag-Ausgabe gewählt wurde: Auf der einen Seite werden drohende israelische Panzer und IDF-Soldaten gezeigt, auf der anderen Seite nur Bilder von leidenden und verletzten Palästinensern. Die Berichterstattung der VN könnte einseitiger nicht sein. Jeder, der sich noch nicht so lange mit dem Nahostkonflikt beschäftigt oder der sich damit nicht so gut auskennt, zieht den Schluss, dass die bösen Israelis den armen, unschuldigen Palästinensern großes Leid zufügen.

Auch in der „Chronologie“ auf Seite A3 vom Montag, dem 19. November, wird diese eindeutig anschuldigende Sprache verwendet: „Die israelische Armee …, Israels Armee …, Israel startet …, Israel beginnt …“ etc., ohne dass die andere Seite beleuchtet wird. Ich denke, dass dies gerade bei einem derart komplexen Thema nicht passieren darf, da sonst Judenhass und Antisemitismus Einlass gewährt wird. Sie als Medium haben diese große Verantwortung zu tragen. Dass beispielsweise in den letzten drei Tagen 900 Raketen von der Terror­organisation Hamas auf israelische Städte gefeuert wurden oder dass Israel die Bevölkerung mit Flugzetteln gewarnt hat und Hilfsgüter in den Gazastreifen schickt, bleibt völlig unerwähnt. Ich würde mir wünschen, dass Ihre Berichterstattung objektiver wird!

Benjamin Koeck, Rheinstrasse 45, Feldkirch