Verlust von ­Intellekt – Forscher unbesorgt!?

Leserbriefe / 22.11.2012 • 21:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Verdummung der Menschheit war immer schon eine ernst zu nehmende Gefahr. Da haben die Wissenschaftler der Universität Stanford wohl etwas voreilig entwarnt. Es steht eigentlich auch gar nicht zur Debatte, ob sich der Mensch der natürlichen Selektion entzieht oder nicht, sondern nur, dass allumfassende Intelligenz seit jeher politisch verfolgt wird und die Mächtigen (einst die Priesterfürsten, heute die Geldmagnaten) gleichzeitig die instinktiv begründete Entwicklung zur sozialen Reife und zu menschengerechten Gesellschaftsstrukturen mit allen Mitteln, ja sogar mittels blutiger Kriege, zu verhindern wussten. Gegenwärtig verkümmern durch die allgemeine Suppression vor allem die physische Komponente (Bewegungsmangel), die emotionale Lust am realen Erlebnis (Null-Bock-Syndrom) und die soziale Kontaktfähigkeit (Internet-Eremitage).

Ich habe weiters die Beobachtung gemacht, dass die Fähigkeit zur freudvollen zwischenmenschlichen Beziehung sowohl mit der Intelligenz als auch mit einer maßvollen Einstellung zum Konsum anwächst. Auch leben Menschen, die auf Gewalt und Sex in den Medien verzichten und ihre Freizeit in der „unvollkommenen“ Realität unter Menschen verbringen, wesentlich zufriedener und auch geistig viel gesünder als die Top-Konsumenten auf dem Ego-Trip der Illusion. Dabei zu beachten: Gute Schulnoten und Intelligenz bedingen einander nicht zwingend, und was US-Universitäten hervorbringen, ist meist nicht allzu intelligent. Verstanden?

Thomas Amann, Wellenau 5, Bregenz