Fahrplanpolitik

Leserbriefe / 23.11.2012 • 20:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der ÖPNV in Vorarlberg ist gut ausgebaut, daher ist es auf der einen Seite erfreulich, wenn Fahrplanplaner auch den ÖPNV nutzen. Doch wird da am Ende zuerst auf die eigenen Bedürfnisse geschaut und dann erst aufs Volk? Der Oberländer Landes-Fahrplankoordinator Franz Schwerzler im Landhaus schaut jedenfalls auf flinke Verbindungen bei seinem Arbeitsweg. Daher fahren beispielsweise werktags von 11.40 bis 12.40 Uhr von Bregenz nach Feldkirch gleich drei REX-Züge, in der Gegenrichtung fährt kein einziger, obwohl die Fahrgastfrequenzen in beide Richtungen ähnlich sind. Dabei kommt zu dieser Zeit sogar der RJ 364 Salzburg–Zürich nach Feldkirch und hat als einziger RJ keinen flinken Anschluss nach Bregenz. Wenn aber beim Fahrplankoordinator gefragt wird, wieso dies so ist, gibt es nur die kopfschüttelnde Bemerkung „kein Bedarf“. Somit sind die Pendler der Gegenrichtung mittags genauso stark benachteiligt wie Lustenau. Mit Dezember 2012 wurde versprochen, dass die Lauteracher Gleisschleife für den Personenverkehr (für bequeme Direktverbindungen von Lustenau nach Dornbirn) freigegeben wird. Die Morgenzüge 5643 und 5559 (derzeit Zwischentaktzüge ab Bregenz nach Feldkirch) wären genau richtig, diese Verbindungen als Pilotversuch anzubieten. Doch die ÖBB, aber auch das Land haben wohl eine Allergie gegen die Gleisschleife, daher blieb auch mein Leserbrief vom 3. 7. 2012 anlässlich der Lauteracher Baustelle unberücksichtigt. Eigentlich schade, dass hier immer wieder entgegen dem Fahrgasttrend entschieden wird.

Reinhard Scheffknecht, Brünneleweg 30, Feldkirch-Nofels