Raubbau ­Zivilisation?

Leserbriefe / 23.11.2012 • 21:03 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Man kann heute Menschen im besten Alter treffen, die in unserem Raubbau-Fortschritt nachdenklich werden und spüren, dass dieser Trend, hervorgerufen durch die Gier der Massen und des Kapitals, zu einem Niedergang führt. Sie erwarten nach dem Desaster eine Läuterung, die einen Wiederaufstieg ermöglicht. Sie sind keine Weltuntergangs-Propheten, aber auch keine Traumtänzer auf dem Vulkan. Kardinal George, Erzbischof von Chicago, der größten Industriestadt der USA, schrieb im November: „Die Säkularisierung der amerikanischen Kultur ist ein viel wichtigeres Thema als politische Fragen oder der Ausgang der Wahlen im November. Der derzeit laufende Wahlkampf habe antireligiöse Ressentiments ans Tageslicht gebracht, die in den letzten Jahrzehnten immer stärker geworden waren. Viele davon sind direkt gegen die katholische Kirche gerichtet.“ Vor einigen Jahren habe er in dramatischer Weise ausdrücken wollen, welche Folgen eine völlige Säkularisierung der Gesellschaft haben würde: „Ich erwarte im Bett zu sterben, mein Nachfolger wird im Gefängnis sterben, und dessen Nachfolger wird als Märtyrer auf einem öffentlichen Platz sterben.“ Sein letzter Satz über die Nachfolge des Märtyrerbischofs wurde freilich von den liberalen Medien weltweit unterschlagen: „Sein Nachfolger wird die Scherben einer zerstörten Gesellschaft aufheben und mithelfen, die Zivilisation neu aufzubauen, wie es die Kirche oft in der Geschichte getan hat.“

DI. Dr. Elmar Anwander, Sonnenstraße 26, Bregenz