Volks- und Sonderschulen in den Fokus rücken

Leserbriefe / 23.11.2012 • 21:03 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Hat man bei all den Investitionen in die Neue Mittelschule am Ende auf die Volks- und Sonderschulen vergessen?
Hat man bei all den Investitionen in die Neue Mittelschule am Ende auf die Volks- und Sonderschulen vergessen?

In den letzten Jahren wurde intensiv über die Gemeinsame Schule diskutiert. Dann flossen viele Millionen in den kleinsten gemeinsamen politischen Nenner, die Neue Mittelschule, für Stundenkontingente im Teamteaching, Beraterhonorare etc.

Ebendiese Diskussion hat aber leider die brennenden Themen der Volksschulen/Sonderschulen schlicht zugedeckt. Es sollte doch wohl jedem klar sein, dass man präventiv arbeiten muss, dass möglichst viele Ressourcen in die Basisarbeit (Kindergärten, Vorschulen, Volksschulen, Sonderschulen) investiert werden müssen. Fassungslos mussten wir Volks-/Sonderschullehrer zusehen, wie der Mittelbau des Bildungswesens immer besser ausgestattet und auf die Basis völlig vergessen wurde! Wir kämpfen seit Jahren mit unzureichenden Stundenkontingenten, Klassenzusammenlegungen trotz schwierigster Rahmenbedingungen, Burn-out wegen Dauerbelastungen, massiver Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten etc.

Wir brauchen dringend Taten statt schöner Worte! Konzepte, ohne konkret spürbare Entlastungen in Form von Kontingenten, sind zu wenig. Wir brauchen: Teamteachingstunden, Springerkontingente, mehr Beratungslehrer, Stundenkontingente für verhaltens­auffällige Kinder und zur Teilung von Klassen, beste räumliche Ausstattung für zeitgemäßen Unterricht, kindgerechte Räume für jede Art von Schülerbetreuung anstelle von Gang-/Kellerlösungen. Meine Bitte – nein – meine Forderung an die Landespolitik lautet daher: Rücken Sie endlich die Volksschulen/Sonderschulen in den Fokus – es ist hoch an der Zeit!

Dir. Bernd Dragosits, VS Wolfurt-Bütze, Reutegasse 58, Bregenz