Die unbequeme Wahrheit über die schulische Wirklichkeit

Leserbriefe / 26.11.2012 • 19:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In den letzten Wochen mehrten sich die Stimmen, die sich für die Gemeinsame Schule aussprechen. Diese Forderungen gehen an der unangenehmen Wirklichkeit vorbei, dass ein großer Teil unserer Schüler, die einen migrantischen Hintergrund haben, die Unterrichtssprache Deutsch nicht ausreichend beherrschen. Die mangelnden Deutsch-Kenntnisse unserer Schüler und Schülerinnen sind verantwortlich für die Defizite in Deutsch, auch in Mathematik, Englisch und den Lernfächern. Deshalb schneiden die migrantischen Pflichtschulabsolventen noch nicht gut genug ab, um auf dem Lehrstellenmarkt bestehen zu können.

Sprachliche Frühförderung, Elternarbeit, Kulturarbeit, ganzheitliche Konzepte in Gemeinden, Förderung der Zweisprachigkeit, Ganztagsbetreuung, gelebte Wertschätzung und Achtung gegenüber der „anderen“ Kultur, der Einsatz von Kulturvermittlern und -vermittlerinnen, all das wären die Gebote der Stunde! Entsprechende Projekte gibt es in Vorarlberg, erfolgreich und gut angenommen! Aber das konzertierte, standortbezogene Vorgehen fehlt genauso wie der Rückhalt in der Bevölkerung! Eine gemeinsame Schule für die Zehn- bis 14-Jährigen zu fordern, um damit der Bildungsmisere zu begegnen, ist daher das falsche Signal! Die Verkennung der Notwendigkeiten führt zur Forderung nach der Aufgabe des bewährten, erfolgreichen Gymnasiums, das nach wie vor regen Zulauf hat, auch von Kindern der derzeitigen Rufer nach der Gemeinsamen Schule!

MMag. Birgit Sprenger MA, VCL Vorarlberg, Zürcher straße 11, Bludenz