Solarsteuer statt Reichensteuer

Leserbriefe / 27.11.2012 • 19:05 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Nachdem ich das Solar­angebot der Marktgemeinde Lustenau studiert hatte, kam ich zu zwei Schlussfolgerungen: Für einen Einsatz mit 5000 Euro als Sparbuch und alternativ als Solaranlage zeigt eine Modellrechnung Vorteile für die Solaranlage. Der Zinsertrag wird durch die KESt und eventuelle Gebühren verringert. Nach sechs Jahren muss auch eine erhebliche Teuerung in Kauf genommen werden. Das Geld im Sparbuch wird nochmals weniger wert. Bei der Solaranlage – derzeitige Förderung eingerechnet – gibt es um das gleiche Geld eine Anlage, die etwa 5000 kWh/a Ertrag ergibt. Die Einsparung: rund 500 Euro Stromkosten pro Jahr. Selbstverständlich habe ich nach sechs Jahren die Anlage zwar auf dem Dach, aber noch keinen Gewinn, da das Kapital ja nicht wie auf einem Sparbuch abgehoben werden kann. Das heißt, erst nach rund weiteren vier Jahren fährt die Anlage in die Gewinnzone. Wenn ich einen Totalschaden nach 15 Jahren annehme, was eher unwahrscheinlich ist, erspare ich mir rund 25.000 kWh. Das ergibt bei heutigem Strompreis ohne Berücksichtigung der Strompreis­teuerung etwa 4000 Euro. Der Gesamtgewinn ist also wesentlich höher als auf dem propagierten Solar-Sparbuch. Mich wundert, dass unsere Politiker noch nicht nach einer Solarsteuer rufen. Denn die Reichen wandern dank Reichensteuer ab und geben ihr Geld bald woanders aus.

Robert J. Bösch, Morgenstrasse 13, Lustenau