25 Jahre Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik

Leserbriefe / 28.11.2012 • 20:04 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Zeitgemäße Musik elitär? Unverständlich? Ein Reservat? Negation dessen, was Musik ansonsten im Nebenher zu leisten vermag? – Wer diesbezüglich Vorurteile im Schließfach deponiert hatte und es öffnete, erlebte – anlässlich des Eröffnungskonzerts – schlicht Umstürzlerisches! In zweierlei Hinsicht gilt es, Vorgefasstes ad acta zu legen! Offenbar gibt es in Bludenz so etwas wie eine nonkonforme musikalische Jugend – uncool ist cool –, die, ohne dass explizit Zugänge erarbeitet wurden, Anregungen aus dem Deutsch- (Barbara Winkler) und Philosophie/Psychologie-Unterricht (Wolfgang Maurer) aufnahm und zur guten Hälfte den Saal in der Remise füllte. Selbst in den „tonlosen“ Passagen oder den ungewohnten Rede-Antwort-Abgründen der sechsseitigen koreanischen Zither und der Sanduhrtrommel (immerhin vierzig Minuten) kein stören­des Geräusch – hingegen am Schluss Applaus und Begeisterung. Eine Visitenkarte auch für ein Gymnasium im Aufbruch.

Ingo Springenschmid, Im Dorf 11, Bregenz