Goldenes ­Ehrenzeichen

Leserbriefe / 28.11.2012 • 20:04 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Haften all die Orden und Ehrenzeichen auch immer an verdienstvoller Brust? Foto: APA
Haften all die Orden und Ehrenzeichen auch immer an verdienstvoller Brust? Foto: APA

Es ist wohl eine der höchsten Auszeichnungen, die unser Staat zu vergeben hat. Als Politiker bekommt man sie u. a., wenn man drei Jahre Regierungsmitglied war oder aber zehn Jahre im Parlament gesessen ist – wenn auch nur als zeitungslesender Hinterbänkler. Das Spezielle an diesem Orden aber scheint zu sein, dass scheinbar alle unsere „unschuldsvermuteten“ (Ex-)Politiker mit diesem Orden belohnt wurden – „für Verdienste um die Republik Österreich“! Nicht nur sie, auch ihr Freundeskreis wurde teils damit ausgezeichnet (z. B. Meischberger, Plech & Co.)! Ja, da wird sich mancher zu Recht gefragt haben: „Wos woar mei Leistung?“ Aber Hauptsache, man kann sich beim Opernball damit zeigen – den Orden am rot-weiß-roten Bande – an stolz geschwellter Brust! Oder wurde der Orden vielleicht vergeben für „Verdienste an der Republik“? Diese Leute haben sich ja einiges „angeeignet“!

In anderen Staaten würden unter den gleichen Umständen diesen Damen und Herren die Orden wieder aberkannt und entzogen! Aber „Öster­reich ist eben anders“ – Orden für Korruption und Untreue – Diplomatenpässe für Nichtdiplomaten! Wie viel mehr als dieser Orden ist doch das gute Gewissen eines ehrlich arbeitenden Menschen wert? Er bekommt zwar meist keinen Orden, aber er kann sich ohne Scheu im Spiegel betrachten, da er wirklich etwas geleistet hat für die Republik Österreich!

Walter Juen, Auf der Matte 28/5, Bregenz