Beziehungsmodelle in der Erziehung

Leserbriefe / 11.12.2012 • 21:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Am 7. November 2012 hielt Michael Winterhoff in Rankweil einen Vortrag über Erziehung („Persönlichkeiten statt Tyrannen“). Dieser vorzügliche Psychiater kann Eltern und Erziehern beim Umgang und Lernen mit Kindern sehr helfen. Er beschreibt vier Beziehungsmodelle zwischen Kindern und Erwachsenen. Aber nur ein Modell ist richtig und angemessen, und zwar die Beziehung ErwachsenerKind. Die anderen drei Beziehungsmodelle sind nicht richtig. Wir vollziehen sie meist unbewusst und oft aus einer Not heraus. Mit den drei verkehrten Beziehungsmodellen aber kann sich die Psyche des Kindes nicht richtig entwickeln. Die erste Beziehungsstörung ist die partnerschaftliche Störung. Dabei werden die Kinder zu früh als gleichberechtigte Partner gesehen und wie Erwachsene behandelt.

Die zweite Beziehungsstörung nennt er Projektion, bei der begeben sich die Erwachsenen unter das Kind, weil sie partout beim Kind beliebt sein wollen. Aber wer unbedingt beliebt sein will, kann dem Kind keine klaren Grenzen setzen und notwendige Strukturen vorgeben, die ihm sein Kind-Sein zeigen.

Die dritte Form ist die Symbiose, bei der die Eltern mit der Psyche des Kindes verschmelzen und das Kind nicht mehr als eigenständige Person wahrnehmen.

Michael Winterhoff beobachtet diese Beziehungsstörungen seit ca. 20 Jahren. Wir müssen die Kinder wieder als Kinder sehen.

Walter Beiter, Krehmen 7/4, Weiler