Zeman wurde Präsident

Leserbriefe / 30.01.2013 • 19:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zur Wahl des Präsidenten der Tschechischen Republik traten an: Jan Fischer, Karel Schwarzenberg, Jiri Dienstbier und Milos Zeman. Alle vier tschechischen Politiker besitzen einen deutschen Familiennamen, und das kann doch kein Zufall sein. Bei Zeman stimmt das nicht mit dem deutschen Familiennamen, er würde auf Deutsch „Edelknecht“ heißen. Eine Begründung könnte sein, dass in Böhmen, Mähren, Prag und Österreichisch-Schlesien die deutsche Sprache in Wort und Schrift über Jahrhunderte von vielen Gebildeten verwendet wurde. Um 1800 waren der Adel und die bürgerlichen Schichten im heutigen Gebiet von Tschechien fast völlig eingedeutscht.

Milos Zeman bezeichnet sich als echter Tscheche und gewann die Stichwahl gegen Karel Schwarzenberg, der während des Wahlkampfs die Vertreibung der 3 Millionen Altösterreicher (Sudetendeutschen) nach dem Zweiten Weltkrieg verurteilte. Daraufhin stand in der meistgelesenen tschechischen Zeitung „Blesk“ eine fingierte Anzeige, dass Schwarzenberg die Sudetendeutschen entschädigen wolle. Dieses Boulevardblatt wird täglich von 1,4 Millionen Tschechen gelesen, vorwiegend von Menschen, die als nicht besonders gebildet gelten und zu den potenziellen Wählern Zemans gehören.

Kurt Gärtner, Billrothstraße 62, Wels