Polemik, Sicherheit und Interessen­konflikte

Leserbriefe / 21.02.2013 • 20:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Im Fall der geplanten „Schutzwaldsanierung“ im Natura-2000-Gebiet Klostertaler Bergwälder rege ich zur kritischen Betrachtung einiger Begriffe an. 1. „Interesse“: In den Konflikt maßgeblich involviert sind vier sogenannte Interessensgruppen: Waldeigentümer, Jäger, Unterlieger und Naturschützer. Nur eine dieser Gruppen vertritt ein Interesse im strengeren Sinne: Waldbesitzer wollen Profit aus ihrem Besitz schlagen. Es gilt zu prüfen, inwieweit das ihr Recht ist. Aber es ist ein grober Irrtum, solche Individualinteressen gleichberechtigt im Diskurs zum Allgemeinwohl zu hören. 2. „Sicherheit“: Es ist zu überprüfen, woher der Ruf nach Sicherheit erschallt. Kommt er aus den Reihen der Waldbesitzer, macht er sich per se verdächtig, missbräuchlich verwendet zu werden. Ebenso verdächtig ist die Ablehnung unabhängiger Gutachten. 3. „Wertschöpfung“ ist ein Begriff aus der Wirtschaft und meint die Steigerung des Geldwertes von Gütern – in diesem Fall von lebenden Bäumen in einem Naturschutzgebiet in Brenn- oder Baumaterial. 4. „Schutzwaldsanierung“: Der Begriff koppelt Schutzfunktion und Sanierungsbedürftigkeit. Ein Nachweis der Einheit dieser Umstände im Fall der verbliebenen Waldstücke im Klostertal fehlt.

Sophia Venari, Montfortstraße 3, Bregenz