Zweiter offener Brief . . .

Leserbriefe / 20.03.2013 • 21:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

. . . an den Landesrat für Jagd, Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, Tierschutz und Energiewende über widernatürliche Rot- und Rindviehhaltung:

Lieber Erich, dir ist sicher auch aufgefallen, dass sich die Jäger fatalerweise die Ländle-Landwirtschaft zum Vorbild genommen haben. Wo die hornlose, fasseutrige Industriekuh zum Maß aller Dinge geworden ist. Wo ein weit über die landschaftliche Kapazität hinausgehender Viehbestand mit Kraftfutter aus Übersee gehalten wird (wo „Ländle“ draufsteht, ist zu einem Drittel Brasilien drin). Wo der Einklang mit der Natur längst zu einem dümmlichen Werbeslogan verkommen ist. So können im Sommer auf der Alp Dopinghirsch und Turbokuh mit Fug und Recht miteinander Samba tanzen – zur Gaudi der alpwandernden Landesregierung. Der einzig zielführende Weg aus dem Rotvieh-Schlamassel ist: Zurück zur Natur! Die Jagdwirtschaft muss sich wieder am Lebensraum und den natürlichen Bedürfnissen des Wildes orientieren, statt am jederzeitigen bequemen Abschuss und an monströsen Trophäen. Das heißt: natürliche Äsung statt Kraftfutter, Notfütterung mit Heu anstelle der Rotviehmastanlagen. Energiewende ist angesagt! In der Landwirtschaft, in der Jagdwirtschaft und auch bei dir, lieber Erich: Du solltest deine politische Energie endlich darauf richten, alle deine einschlägigen Zuständigkeiten zu einem zukunftsfähigen Ganzen zusammenzuführen: zu einem Ressort für ein Ökoland Vorarlberg – aber ein echtes, kein schöngeredetes, ein solches haben wir schon.

Georg Fritz,

Schönstein 58b, Möggers