Zweites Vorarlberg im Rucksack?

Leserbriefe / 20.03.2013 • 21:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Dr. Klaus König, Marianne Mathis und Daniel Allgäuer hatten in der Vorwoche recht: Wenn wir ehrlich sind, kann sich Vorarlberg (mit Ausnahme von Milch und Käse) schon lange nicht mehr selbst ernähren. Schuld daran hat neben unserem verschwenderischen Lebens­stil auch der exzessive Flächenverbrauch, dem innerhalb zweier Generationen große Teile des Kulturlandes zum Opfer gefallen sind. In vielen Talgemeinden wie Bregenz, Hard, Hohenems, Götzis oder auch Feldkirch gibt es bald mehr Bauflächen als Ackerland: Schön, dass es die Energieautonomie und das Ökoland Vorarlberg als Zielsetzungen gibt, aber wo bleibt die noch viel wichtigere Ernährungsautonomie?

Die Landesgrünzone – die größte Errungenschaft der Raumplanung vor der „vision rheintal“ – ist heute so löchrig wie Schweizer Käse, und Umwidmungen ohne ausreichende Kompensation knabbern an allen möglichen Ecken an ihr. Seit dem frühen Tod des damaligen Doyens der Vorarlberger Raumplanung, Univ.-Prof. W. J. Reith im Jahr 1989, wurde es über 20 neoliberale Jahre lang ziemlich still um den Bodenschutz in Vorarlberg: Höchste Zeit, engagiert und öffentlich darüber zu diskutieren – oder hat etwa jemand ein zweites Vorarlberg im Rucksack?

Dipl.-Ing. Rudolf Alge,

Landschaftsökologie &
Landschaftsplanung,

Vorachstraße 34, Lustenau