Zypern, quo vadis?

Leserbriefe / 22.03.2013 • 19:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der Präsident der Indus­trie- und Handelskammer von Limassol, Philokypros Andreou, beklagt sich über die aus seiner Sicht mangelnde Solidarität der Europäer mit Zypern. Es tut mir leid, aber da kommt mir der Mock hoch! Seit Monaten werden die zyprischen Banken, die sich weder am Kapitalmarkt selbst refinanzieren noch vom eigenen Staat gerettet werden können, durch Programme der EZB (insbesondere ELA und LTRO) über Wasser gehalten, welches ohnehin bis zum Halse steht. Jetzt werden über Rettungsprogramme 90 Prozent der Spareinlagen gerettet und die Sparer beschweren sich über 10 Prozent Selbstbeteiligung. Hallo Zypern: Das ist doch die Höhe! Ihr bekommt Kredite in Höhe des BIP, eure Privatisierungen, ähnlich wie in Griechenland, werden zu hoch geschätzt und ihr erhaltet Kredite, die erst in 100 Jahren zu null Prozent Zinsen zurückgezahlt werden müssen. Dies ist doch mehr als entgegenkommend. Die vielen Mahnungen der EU, welche die Einführung eines fairen Wirtschaftsmodells forderten, fanden bei den Zyprern keinerlei Beachtung.

Heute, wo das ganze Geld „pfutsch“ ist, hört man den Ruf nach Solidarität und gebraucht kräftige Worte wie „finanzieller Völkermord“. Liebes Zypern, mit eurer Einstellung wäre es doch schlauer, aus dem Euro oder gleich aus der EU auszutreten, dann könnt ihr machen, was ihr wollt, seid aber immer noch pleite.

John Patrick Platzer, Rue Achille Detienne 48, 1030 Schaerbeek, Belgien