Reine Illusion

Leserbriefe / 25.03.2013 • 20:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief vom 19. März:

Herr Mathei, zu Ihrer offenbar bewussten Fehlinterpretation meines Selbstverständnisses: Ein erfahrungskompatibles Weltbild ist nicht meine Erfindung, sondern in Ländern mit höherem Bildungsniveau längst etabliert, von Religionen vergeblich bekämpft (wie Menschenrechte, Gleichberechtigung etc.). Der Hoffnungspool für Religionen liegt – vom Papst richtig erkannt – in Ländern niedriger Bildungs- und Sozialstandards. Dort lassen sich Leidende – Jesu Bergpredigt macht’s vor – leichter mit dem Himmelreich vertrösten. Zu „eine Milliarde Katholiken können nicht arme Verirrte sein“: Zu Ende gedacht: 6 Mrd. Andersdenkende schon? Richtig ist: Religion ist eine Gemütsangelegenheit („tierisches“ menschliches Erbgut liebt Erbauliches: Papsteuphorie, Riten, Feste etc.), dem Verstand bleibt sie fremd. Zur „Radikalität“: Wörtlich genommen (radix = Wurzel) trifft das zu, ich bezweifle die Echtheit der „Wurzeln“ der Religionen und folgliche Kompetenz ihrer Hirten. Stärken Sie doch dringend die Glaubwürdigkeit des ramponierten Weltbildes Ihrer verunsicherten Schäfchen durch glaubhafte Beantwortung einiger von 1000 offenen Fragen: Hat Gott je zu Menschen gesprochen, und warum heute nicht? Wie funktioniert Kommunikation zwischen angeblichen Geistwesen und Sinneswesen? Warum sind Gebete so erfolglos? Warum erbarmte sich Gott erst nach 200.000 Jahren Menschheitsgeschichte im Opfertod seines Sohnes der Sünder? Stammen die 10 Gebote wirklich von Gott? Können Sie eine Hostie in den Leib Christi verwandeln? Solange Sie keine einsichtigen Antworten liefern, gilt: Religion ist Illusion!

Josef Sohler, Jahnstraße 11, Lustenau