Zum zweiten offenen Brief an den Landesrat

Leserbriefe / 26.03.2013 • 19:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Mein lieber Georg Fritz, du hast ziemlich unverblümt unserem ÖVP-Multilandesrat den Landwirtschaftsspiegel vor sein Gesicht gehalten. Leider nicht ganz korrekt, das heißt etwas zu hoch gehalten und dadurch ein verzerrtes Bild veröffentlicht – insbesondere was den Wildlebensraum und die natürlichen Bedürfnisse der Wildtiere betrifft. Hier liegt tatsächlich vieles im Argen in unserem übernutzten Ländle. Nirgendwo in Österreich trifft man auf eine dermaßen aufgewiegelte und gehässige Wildfeindlichkeit vonseiten eines beachtlichen Teils der Land- und insbesondere Forstpartie. Von der Touristik werden die Lebensraumbedürfnisse der Wildtiere meist nur ignoriert. Also, deine wirklich idealistischen Vorstellungen haben von daher schlechte Karten. Und zu deinen „Rotviehmastanlagen“ sei daran erinnert, dass gerade Wildzonierungen, Gatterungen mit Großfütterungen, sprich willkürliche Wildpferche mit riesigem Lebensraumentzug von gescheiten Professoren und der Forstpartie gefordert wurden. Gier und forstlicher Absolutismus waren die offensichtlichen Triebfedern. Ein von erfahrenen Jägern vorausgesehenes Fiasko ist mancherorts leider bereits eingetreten.

Ich finde es perfid, wenn man sich jetzt öffentlichkeitswirksam manipulativ mittels Horror­szenarien an den Wildtieren auch außerhalb von Problem­bereichen abputzen will. „An ihren Werken seien sie zu erkennen“, die schrägen Propheten. Seriösere sehen das aber so: „. . . Bauer keifert bis zum Wendetag, all sein Müh’n ins Wasser nur ein Schlag. Mahnwort fällt auf Wüstensand, Hörer findet nur der Unverstand . . .“

Arthur Beinder, Dorf 266, Bildstein