Die Freiheit des Wortes

Leserbriefe / 27.03.2013 • 21:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Aus der Französischen Revolution stammt das Wort „Tugendterror“. Die Maske ist damals schon gefallen, als die Drahtzieher dieser blutigen Zeit sich willig von dem ihnen geschaffenen Moloch fressen ließen. Sie hatten gar nie eine Befreiung der Menschen im Sinn, sondern ihre Erziehung. Sie hassten die Massen mehr und als Kinder ihrer Zeit waren sie überzeugt, die Menschen zu ihrem Glück zwingen zu müssen, sie also zu erziehen. Einer ihrer bedeutendsten Bewunderer, Mao Tse-tung, übernahm dieses Prinzip und hat es auf die eiskalte Kurzform gebracht: „Bestrafe einen – erziehe hundert.“ Der mündige Mensch will nicht erzogen werden, er will frei sein. Die „political-correctness-Menschen“ müssen zur Kenntnis nehmen, dass der Mensch freiheitlich denken und handeln will. Viele wissen oft selbst nicht, was das ist, Freiheit. Freiheit von Unterdrückung und Liebe zur eigenen Art. Tugendterror, wie einst Robespierre 1794 ihn verkündete, wollte durch diese Methoden erziehen. Der Mensch ist sehr brauchbar, hat aber einen Fehler: Er kann denken! Ein Zitat von Kant: „Denken ist die Erkenntnis durch Begriffe“. Der heutige und mächtige Zeitgeist, die mediale Polit­autorität und unsere angebliche Demokratie vermitteln eindeutig den Eindruck, dass das freie Wort dem denkenden, kritischen Bürger nicht mehr gewährt wird.

Werner Giacomuzzi, Am Hoferfeld 10, Lochau