Europas Krisenmanagement

Leserbriefe / 28.03.2013 • 19:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die kleinen Sparer hat das EU-Krisenmanagement diesmal nicht getroffen. Foto: epa
Die kleinen Sparer hat das EU-Krisenmanagement diesmal nicht getroffen. Foto: epa

Es heißt immer wieder, dass das europäische Krisenmanagement im Fall Zypern versagt hat. Aus meiner Sicht hat es ganz und gar nicht versagt, denn genau so muss mit Steueroasen und Steuer­paradiesen wie Zypern umgegangen werden. Zypern hat viele Jahre von seinem Dasein als Steueroase profitiert. Mit seinem aufgeblähten Bankensektor und seinen Briefkastenfirmen hat es geholfen, Schwarzgelder vor der Steuer zu verstecken. Nun geht es darum, an diese Schwarzgelder bzw. großen Vermögen zu kommen. Mit der Einlagenabgabe sollen die Steuerhinterzieher mit ihrem gebunkerten Schwarzgeld gezwungen werden, ihre Anteile an dieser ganzen Misere, die sie mit verursacht haben, zu zahlen. Die EU hat aus der Bankenrettung von Irland gelernt, denn wie kommen andere Staaten, die keinen aufgeblähten Bankensektor und ihre realwirtschaftlichen Hausaufgaben gemacht haben, dazu, diese Steuerhinterziehung bzw. diesen Diebstahl der Finanzindustrie an der Allgemeinheit mit Milliarden schweren Bankenrettungen noch zu belohnen? Dies wurde in der Vergangenheit allzu oft gemacht. Banken wurden gerettet und die Staaten standen vor der Pleite. Diese Steueroasen gehören ausgetrocknet, denn sie begünstigen nur die Gier der Reichen. Dieses Vorgehen, dass endlich die wirklichen Verursacher der Krise zahlen müssen, lässt auf mehr Gerechtigkeit hoffen.

Otmar Baur, Schweizer Strasse 63a, Rankweil