Weltkulturerbe in Wolfurt

Leserbriefe / 06.08.2013 • 17:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Erlaubt ist, was gefällt?
Erlaubt ist, was gefällt?

Schon mal etwas vom Weltkulturerbe „Obere Straße“ in Wolfurt gehört? Von den „Politiker-Eliten“ der Marktgemeinde Wolfurt wird der Straßenzug Hofsteigstraße–Kirchstraße–Bregenzer Straße ob seiner wenigen alten Rheintalhäuser seit Jahren geradezu vergöttert. Grundsätzlich okay, doch die Art und Weise, wie der „Denkmalschutz Obere Straße“ ausgeübt und praktiziert wird, ist an Hochmut und Dreistigkeit nicht zu überbieten! Kürzlich erhielten alle Anrainer einen Folder über die „Satzung Obere Straße“. Hausbesitzer haben fortan strikte Bau­regeln einzuhalten. Der kleine Bürger ohne Vitamin B kann jetzt nicht mehr umbauen oder neu bauen, wie er es gerne möchte, sondern hat gefälligst den Mächtigen zu gehorchen. Vorgeschrieben sind u. a. die Baulinie parallel zur Straße, die Dachform oder die Firstrichtung. Grundbesitzern werden Grundteilungen vehement verwehrt, weil sonst kein länglicher Rheintalhaus-Baukörper mehr Platz hat. Dem Ganzen wird noch ein Architektenbeirat vorgesetzt. Als die Marktgemeinde als Bauherr des Hotels „Sternen“ (Flachdach-Kiste) auftrat, wurden schnell Ausreden vom Bürgermeister gefunden: „Ein Sonderbauwerk, das vom Architektenbeirat für gut befunden wurde.“ Noch nie hat ein Chinese die Häuser an der „Oberen Straße“ fotografiert. BM Natter: „Wir machen das auch nicht für die Chinesen, sondern für uns.“ Dass durch die selbstherrlichen Verordnungen hohe Zusatzkosten entstehen, interessiert niemanden.

Dietmar Gasser,
Hofsteigstraße 25a, Wolfurt