Der Bodensee ist nicht zusauber, sondern überfischt

Leserbriefe / 13.08.2013 • 19:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ist der See in Wahrheit gar nicht zu sauber? Foto: gernot grabher

Ist der See in Wahrheit gar nicht zu sauber? Foto: gernot grabher

Mehrmals im Jahr betonen die Berufsfischer, der Bodensee sei für das Fix-Fischwachstum zu sauber. Tatsächlich hat die Bevollmächtigten-Konferenz (IBKF) im Jahr 1934 die Zahl der Berufsfischer auf einen Berufsfischer pro Kilometer Ufer beschränkt. Damals waren sie mit Ruderbooten unterwegs und verwendeten das handgewobene „Kluus­garn“. Heute verfügen Berufsfischer über schnittige Aluminium- oder Polyesterboote mit 40-PS- oder 50-PS-Außen­bordmotoren, hocheffiziente Kiemennetze aus Nylon, GPS zum Orten der Netze und Fishfinder, mit der jeder Fisch in jeder Tiefe aufgespürt werden kann. Obwohl die Fangausrüstung heute um ein Vielfaches effizienter ist, wurde der Beschluss aus dem Jahr 1934 immer noch nicht angepasst, vielmehr ist der See mit knapp 140 hocheffizient ausgerüsteten Berufsfischern hoffnungslos überfischt. Dies wollen jedoch offizielle Vertreter und auch die Politik nicht zur Kenntnis nehmen. Stattdessen erhöht sich die Zahl pensionierter Berufsfischer, welche sich neben ihrer regulären staatlichen Pension nur ein Zubrot dazuverdienen, und die Zahl der nur noch nebenberuflich tätigen Berufsfischer. Sobald die Fangbedingungen jedoch günstig sind, ziehen alle auf den See und fangen so viel wie möglich. Ein ökologisch intaktes Gewässer wie den Bodensee künstlich zu „düngen“ wäre schlichtweg Wahnsinn! Vielmehr gilt es, endlich den Befischungsdruck zu senken!

RA Dr. Martin Kloser,

Alt-Gemeinderat in Hard,

Hofsteigstraße 1,
Hard