Medialer Irrsinn

Leserbriefe / 13.08.2013 • 18:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Noch ein paar Wochen, und es startet die nächste Wahl zum Nationalrat. Damit die Herrschenden möglichst lange an den Schalthebeln der Macht verbleiben können, hat man ja unlängst diskret und wirkungsvoll die Legislaturperiode von vier auf fünf Jahre verlängert. Das heißt eigentlich, dass uns Rote und Schwarze ein Fünftel Demokratie gestohlen haben, die nächste Wahl wird also erst im Herbst 2018 stattfinden. Diese Ungeheuerlichkeit hat in der Öffentlichkeit keinen Aufschrei ausgelöst. Das ist Manipulation des Wählers. Diese Koalitionszwillinge haben mit einer scheinheiligen Argumentation verlauten lassen, dass man mit einer verlängerten Legislaturperiode die anstehenden Probleme besser lösen könne. Auch im ORF wird eine Welle der Scheinheiligkeit im Fernsehen anrollen. Es werden diverse Scheingefechte abgehalten, um den Bürger ­vollends zu verwirren – Österreich ist eben anders. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk trägt nichts zur Klärung verschiedener politischer Positionen zwischen beiden Lagern bei, sondern nur zur totalen Verwirrung.Man lässt jeden gegen jeden antreten und unterstützt dabei indirekt die Regierung. Zum Gaudium der Massen werden Oppositionspolitiker gegen Oppositionspolitiker antreten. Faymann und sein Spindi als Nutznießer dieses medialen Irrsinns werden sich freuen können, denn sie werden behaupten, mit Streithanseln sei kein Staat zu machen.

Werner Giacomuzzi,

Am Hoferfeld 10, Lochau