Lehrerdienstrecht neu – eine ­Mogelpackung!

Leserbriefe / 14.08.2013 • 18:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der von den Ministerinnen Claudia Schmied und Gabi Heinisch-Hosek in die Begutachtung versandte Entwurf für ein „Lehrerdienstrecht neu“ – erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik ohne vorherige sozialpartnerschaftliche Einigung – hat drei wesentliche Schwächen:

1. Eine Erhöhung der Arbeitszeit um bis zu 40 % und finanzielle Verluste im Laufe eines Berufslebens von einer halben Million Euro. Wenn man von der bisherigen Regelung „1 Lehrerstunde entspricht 2 Angestelltenstunden“ ausgeht, so bedeutet die Erhöhung der Lehrverpflichtung auf 24 Stunden eine Wochenarbeitszeit von 48 Stunden und damit eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes.

2. In Gymnasien und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen sollen zukünftig Lehrer unterrichten dürfen, die nur halb so lange ausgebildet sind wie bisher. Eine gewaltige Niveausenkung ist zu erwarten.

3. Der zu erwartende „Einheitslehrer“ entspricht dem Motto „Gleichmacherei um jeden Preis“ – auf diese Weise wird die Gesamtschule vorbereitet, an deren Einführung die SPÖ auf politischem Wege gescheitert ist.

Der Entwurf ist finanziell unzumutbar, leistungsfeindlich und mit einem qualitativ hochwertigen Schulwesen unvereinbar. So werden wir die steigenden Herausforderungen der Zukunft nicht meistern. Das müsste doch im Zuge der Begutachtung denen auffallen, die sich seriös mit der Vorlage beschäftigen!

Mag. Wolfgang Türtscher, Major-Ellensohn-Straße 28, Götzis