„Liebe deine Nächsten, . . .“

Leserbriefe / 22.08.2013 • 18:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Generalsekretär Kickl (r.) mit dem Wahlplakat und dem Slogan, der für Diskussionen sorgt. Foto: APA
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Generalsekretär Kickl (r.) mit dem Wahlplakat und dem Slogan, der für Diskussionen sorgt. Foto: APA

. . . für mich sind das unsere Österreicher“, lassen Sie, Herr Strache, auf Ihren FPÖ-Werbeplakaten verlauten. Entweder haben Sie und Ihre Werbestrategen diese biblisch-christliche Aussage nicht verstanden oder Sie verändern sie bewusst für Ihre politische Propaganda. Jesus antwortet nämlich auf die Frage der jüdischen Gesetzeslehrer, wer denn nun „mein Nächster“ sei, mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Die damals provokante Pointe dieser Geschichte ist, dass dem überfallenen und verletzten Juden ein Ausländer, ein Mann aus dem verhassten Samaria, hilft. Jesus beendet dieses Gleichnis nicht mit der Frage: Wer ist mein Nächster, sondern: „Wie handle ich als Nächster?“ Die Antwort lautet: „Indem ich barmherzig handle.“ Es geht hier um Menschen in Not jenseits der Einteilung in In- und Ausländer, fern und nah, Christ oder Muslim. Herr Strache, es steht Ihnen frei, Ihre eigene nationalegozentrische, von Angstmache und Feindbildern geprägte Politreligion mit Ihnen als Erlösergestalt zu propagieren, aber missbrauchen und pervertieren Sie nicht die zentrale christliche Botschaft der Nächstenliebe, die im Herzen und im Denken Grenzen sprengen statt errichten soll.

Peter Mennel,

Sportplatzweg 9, Schwarzach