Führerscheinlose Radfahrer(innen)

Leserbriefe / 26.08.2013 • 19:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Autofahrer und Fahrradfahrer geraten immer öfter aneinander.
Autofahrer und Fahrradfahrer geraten immer öfter aneinander.

Neulich stand ich mit meinem Fahrrad an der Ampel, allein. Es kam Grün, ich fuhr los. Plötzlich aus dem Nichts überholte mich ein Radfahrer rechts von mir. Ich rief ihm nach: „Schon mal was von links überholen gehört?“. Er dreht sich um, lacht mit einem siegesgewissen, hämischen „mh“. Im selben Moment überholt mich ohne Vorwarnung, ich vermute, seine Frau, rechts auf dem Gehsteig. Toll, denk ich mir, Glück gehabt! Zack, biegen sie scharf nach rechts ab, kein Handzeichen, kein Klingeln – na hoffentlich kommt da niemand aus der Seitenstraße. Perspektivenwechsel: Nachts fahre ich mit meinem Auto, zum Glück nüchtern, da fährt ein älterer Radfahrer aus einer Seitenstraße, kein Licht, dunkel gekleidet. Die Bremsen meines Autos funktionieren, die Reaktion ist sehr gut! Kinder und Jugendliche ohne Beleuchtung am Fahrrad in entgegengesetzter Fahrtrichtung oder auf dem Gehsteig sind keine Seltenheit. Es scheint mir fast, als gäbe es für die Radfahrer(innen) neue oder besondere Verkehrsregeln. Ich frage mich, habe ich da was versäumt? Oder bin ich zu altmodisch? Die E-Biker sind im Kommen, welch eine Freude, denn die haben noch einmal andere Verkehrsregeln, wie es scheint – Vorfahrt nehmen, Kurve schneiden, bei roter Ampel durchfahren – haben die keine Bremsen mehr? Später in der Zeitung zu lesen: Radfahrer(in) von Auto niedergefahren – tot. Beide nüchtern, Autolenker wird verurteilt! Was soll‘s, wieder einer weniger. Und die Polizei, ach wie schön, kontrolliert fleißig die Autofahrer(innen).

Susanne Lins,

Hummelbergstrasse 28, Röthis