Neues aus der Wahlwerbung

Leserbriefe / 27.08.2013 • 17:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ist das Geld für die Plakatwälder am Straßenrand wirklich gut angelegt? Foto: apa
Ist das Geld für die Plakatwälder am Straßenrand wirklich gut angelegt? Foto: apa

Dass die „Nächstenliebe“ bei Herrn H.-C. Strache um Asyl angesucht hat und nun den Hauptwohnsitz vom Vatikan in die Wiener Reichsratsstraße verlegt, kommt für manche doch etwas überraschend. Bedauerlich ist allerdings, dass Herrn Stronachs Partei nicht sein Motto: „Wer das Gold (Geld) hat, macht die Regeln“ plakatiert; dies ist spätestens seit den Fuggern im 16. Jahrhundert auch im deutschsprachigen Raum bekannt und funktioniert tatsächlich. Dass die Grünen weniger belämmert sind als die anderen, ist schön, nur sie lässt aber den Schluss zu, dass die weniger Belämmerten gegebenenfalls mit den Belämmerten Koalitionsverhandlungen führen, um die total Belämmerten zu regieren. Liebe stimmenwerbende Parteien: 1) Es wäre eine Wohltat, diese Plakatwerbung mit ihren stupiden Slogans auf ein erträgliches Minimum zu reduzieren. 2) Die damit eingesparten Wahlkampfkosten sollten an Einrichtungen, wie etwa „Tischlein deck dich“, gespendet werden. Ersteres wäre ein Beitrag zum Erhalt der geistigen Volksgesundheit, das Zweite ein Akt tätiger Nächstenliebe. Völlig illusionslos muss man feststellen, dass sich unsere Demokratie schon seit Längerem verabschiedet hat, hin zur Postdemokratie.

Peter Morstein,

Dollaweg 3, Tschagguns