Völkerbund – UNO

Leserbriefe / 30.08.2013 • 20:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die USA, Großbritannien und Frankreich drohen mit einem Militäreinsatz in Syrien auch ohne UN-Mandat, obwohl die Untersuchungen des Giftgas­einsatzes durch UN-Inspektoren noch gar nicht abgeschlossen sind. Russland und China wollen grundsätzlich gegen eine Militärinterven­tion ein Veto einbringen. Die UNO erinnert mich ein bisschen an den ehemaligen Völkerbund, in dem die Umsetzung von Beschlüssen nicht selten aus Eigeninteresse von den ehemaligen Großmächten Frankreich und Großbritannien blockiert wurde. Die damalige Entscheidungsschwäche des Völkerbundes begünstigte auch die Entstehung des Zweiten Weltkriegs. Nach Kriegsende wurde er endgültig aufgelöst und durch die UNO ersetzt. Anders als der US-Feldzug im Irak hat der Syrien-Konflikt auch eine unmittelbare weltpolitische Dimension. Das geplante militärische Eingreifen berührt nämlich ebenso Interessen Russlands, das im syrischen Hafen Tartus seinen einzigen Militärstützpunkt im Mittelmeerraum unterhält. Ferner befindet sich Syrien in einem Bürgerkrieg, in dem verschiedene islamistische Gruppierungen kämpfen, die unterschiedliche Ziele verfolgen. Ein Eingreifen in den dortigen Bürgerkrieg könnte eine unkontrollierbare Kettenreaktion im Nahen Osten auslösen, mit dem Iran und Israel als Hauptexponenten. Die Nähe Israels und Ägyptens mit allen internen Schwierigkeiten verunsichern zusätzlich die militärische Entwicklung.

Kurt Gärtner,

Billrothstraße 62, 4600 Wels