Logik der

Leserbriefe / 08.10.2013 • 18:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Studiengebühren

Endlich begreife ich, warum Herr Hannes Androsch und die politischen Vertreter der Millionäre zurecht Studiengebühren fordern: 1. Weil sonst immer mehr, womöglich noch aus Mehrkindfamilien, studieren wollen, statt zu arbeiten. 2. Weil die sinkende Kapitalbesteuerung finanziert werden muss. 3. Weil sich das jetzige System, in dem Bildungs- und Vermögenssituation größtenteils über die Aufnahme eines Universitätsstudiums entscheiden, aufrechterhalten werden sollte. 4. Weil sonst zunehmend Studenten aus UNI-fernen Gegenden „vom Land“ sich das Studieren leisten könnten und nicht mehr nur jener Großteil der Studenten mit Elternhaus an einem Uni-Standort, wo keine Kosten für eigenen Studentenwohnsitz und Bahnfahrten anfallen (Bahnfahren war ja seit Kreisky für Studenten gratis, weil er der Auffassung war, dass die Gerechtigkeits­defekte auf dem UNI-fernen Land am stärksten seien. Auf Betreiben der Unternehmerpartei gibt es längst keinerlei Studentennachlass mehr bei Bahnfahrten). 5. Weil die Deutschen mit ihrer Abschaffung der Studiengebühren unter dem Motto „Bildungsgerechtigkeit“ logischerweise Schiffbruch erleiden werden. Bisher war ich der irrigen Meinung, dass mit der Erleichterung und Förderung des Universitätszuganges die Qualitätsbasis unserer Industrienation gegenüber den aufstrebenden asiatischen Staaten verstärkt und der Populismus der Mittelschicht reduziert würde. Letztlich beschäftigt mich doch noch eine Frage: Könnte die sich offensichtlich verstärkende finanzielle Schieflage der Familien auch damit zu tun haben, dass die Verhinderungslobby (Beamte, Mittelschicht, Kinderlose) das Problem nicht ernst nimmt, weil fast die Hälfte der Abgeordneten sowie der Meinungsmacher kinderlos ist?

Walter Loacker,

Römerstraße 10a, Hörbranz

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