Europa ist schuld, logisch!

Leserbriefe / 09.10.2013 • 19:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wann immer sich im Mittelmeer eine neue Flüchtlingstragödie ereignet, ist reflexartig Europa schuld. Das vergiftete Erbe des Kolonialismus, die offene oder versteckte Ausbeutung oder überhaupt, die entwurzelten Menschen aller Kontinente, die nach Europa wollen, haben schließlich ein Recht darauf. So tönt es zumindest aus dem sogenannten menschenfreundlichen Eck. Vergessen wird dabei, dass sich die Machthaber der ärmsten Staaten, vor rund 10 Jahren von Europa und dem Westen weitgehend entschuldet, umgehend unter anderem den Chinesen und den reichen Golfstaaten an den Hals geworfen haben. Die fruchtbarsten Gebiete im Sudan, in Äthiopien, Ostafrika aber auch Pakistan wurden von den eigenen Eliten und aus reiner Geldgier einfach an ausländische Großgrundbesitzer verschachert. Die aus den Ländereien Vertriebenen werden Richtung Europa geschickt, dort gibt es Geld, mit und ohne Arbeit, angeblich. Bitte, was sollen Länder wie Griechenland, Spanien und Italien tun, deren Bürger selbst unter hoher Arbeitslosigkeit leiden? Weiter nach Norden z. B. zu uns schicken, wo es für die eigenen niedrig Qualifizierten kaum noch Jobs gibt? 50 Jahre nach dem Ende des Kolonialismus Europa immer noch die Schuld an der Misswirtschaft und Kriegstreiberei der afrikanischen und muslimischen Machthaber zu geben, ist so durchsichtig wie HC Straches Geplapper von der Nächstenliebe.

Dr. Klaus König,

Hofsteigstrasse 8, Lauterach

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