Eine Chance für Wieder­- ver­heiratete

Leserbriefe / 13.10.2013 • 17:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch drängt auf einen neuen Umgang der Kirche mit Wiederverheirateten. Foto:ap
Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch drängt auf einen neuen Umgang der Kirche mit Wiederverheirateten. Foto:ap

„Zum Leserbrief „Die christliche Ehe ist unauflöslich“ (VN, 12. Oktober)“

Auch ein Pfarrer Eberhard Amann sollte sich kundig machen und bei den Tatsachen bleiben, bevor er eine Philippika gegen den Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch loslässt. Papst Franziskus hat den Rücktritt Zollitschs zwar angenommen, ihn aber zum „Apostolischen Administrator“ ernannt, der die Amtsgeschäfte bis zur Wahl eines Nachfolgers weiterführt. Ebenso wird Zollitsch bis März 2014 Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz sein. Wie soll ein im „Ruhe­stand“ lebender Bischof, so Amann, Entscheidungen im kirchlichen Umgang mit Wiederverheirateten treffen?

Der Erzbischof wird bereits eingangs mit angeblichen Äußerungen zum „Sühnetod Christi“ abqualifiziert. Ganz absurd sind schließlich die Auslassungen Amanns, wonach der Eindruck entsteht, der Freiburger Oberhirte billige das Eingehen einer kirchlichen Zweitehe. Im Schreiben an die Seelsorger geht es um die große Not, in der sich Wiederverheiratete bisher befinden. Es soll ihnen erlaubt werden, wieder an der Kommunion teilzunehmen, an weiteren Sakramenten teilzuhaben. Zuvor sind jedoch Gespräche mit Geistlichen erforderlich. Somit keine grundsätzliche Freigabe der Sakramente für Wiederverheiratete! Bei der angesprochenen „Segnung“ ist vor einer zweiten Heirat eine spezielle Gebetsfeier möglich. Kein Anschein einer zweiten kirchlichen Trauungs­zeremonie darf erweckt werden, und nicht am Tag der standesamtlichen Eheschließung. Kirchenrechtlich gilt die erste Ehe als nicht aufgelöst.

Hubert Mehlin,
Porstmahd 5, Dornbirn

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