Kriminelle ­Landwirte?

Leserbriefe / 14.10.2013 • 21:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 9. Oktober 2013.
VN-Bericht vom 9. Oktober 2013.

300 Bauern in Vorarlberg erhalten von der AMA Strafbescheide. Obwohl den allermeisten Bauern unterstellt werden darf, dass sie nach bestem Wissen und Gewissen die Alpflächen korrekt angegeben haben, sind sie Opfer der Willkür der AMA. Denn es ist gängige AMA-Praxis, dass sie die ursprünglichen Vertragsvereinbarungen immer wieder zum Nachteil der Bauern einseitig abändert. Dieses präpotente Gehabe kann sich die AMA deshalb leisten, weil sie mit den installierten Förderprogrammen (langjährige Verpflichtungszeiträume mit Rückzahlungsverpflichtung bei Ausstieg) ein unmoralisches Abhängigkeitsverhältnis für die Bauern geschaffen hat. Ich jedenfalls bin der Überzeugung, dass die Mehrzahl der Bauern keine Kriminellen und Förderungsbetrüger sind, sondern dass die vom schwarzen Bauern­bund durchwirkte AMA keine Handschlagqualität und erhebliche Mitschuld an der Verbürokratisierung der Landwirtschaft hat. Den betroffenen Bauern empfehle ich mit Blick auf den vor ihnen liegenden Strafbescheid zu erwägen, wer ihnen diese Form der modernen Leib­eigenschaft eingebrockt hat. Denn nur die dümmsten Kälber wählen ihre eigenen Schlächter.

Markus Mathis,
Berg 18 a, Götzis

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