Monsanto-­Demonstration: Uninteressierte Politik

Leserbriefe / 15.10.2013 • 19:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 14. Oktober 2013
VN-Bericht vom 14. Oktober 2013

„Genfood macht krank!“ Unter diesem Motto fand am 12. 10. 2013 in Bregenz eine Demonstration gegen den skandalträchtigen Saatgut-Konzern Monsanto statt. Ein Dankeschön an die Sozialökonomische und -politische Plattform der StudentInnen der Fachhochschule Vorarlberg (SÖPPS) für die Organisation sowie an alle Demonstrationsteilnehmer. Aber wo waren die Politiker und Meinungsbildner? Unser Herr Landesrat für Landwirtschaft, Natur und Umwelt glänzte durch Abwesenheit, anstatt der Bedeutsamkeit dieses Themas durch seine Anwesenheit Ausdruck zu verleihen. Wortmeldungen wie „Nein zur Gentechnik im Anbau“ sind zu wenig.
Jährlich werden rund 600.000 Tonnen gentechnisch verändertes Soja (Tierfutter) nach Österreich importiert. Was ist am importierten GVO besser als am angepflanzten? Wo waren die Landesrätin für Schule und Bildung und die Lehrer als Pädagogen und Meinungsbildner, da es sich hier doch um ein allgemein wichtiges Bildungsthema handelt? Stattdessen schickt man Jugendliche und Schüler nach Brüssel, wo sie zielgerichtet nur die schönsten Seiten der EU zu sehen bekommen und vom dort herrschenden Dilettantismus, den Lobby­is­teneinflüssen, von Vertuschung, Korruption und den industriefreundlichen Zulassungsmechanismen für Genfood nichts erfahren.

Die Grünen als angebliche Umweltpartei fanden es ebenfalls für überflüssig, hier in Erscheinung zu treten. Aber was kann man denn von „weniger Belämmerten“ aus dem Politzirkus und anderen Dienern der internationalen Konzernwirtschaft in wichtigen Angelegenheiten schon erwarten?

Josef Bechter,
Gartenstraße 6, Lochau

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