Späte Erkenntnis zur „Langen Nacht der Museen“

Leserbriefe / 15.10.2013 • 19:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Eine Woche lang bin ich mit einem Trauma herumgelaufen – und das kam so: In der Nacht des 5. Oktober habe ich mehrere Museen besucht, so z. B. das erste Mal das Rolls-Royce-Museum von innen gesehen. Eine Welt für sich, diese Autos, faszinierend! Dann bin ich zum zweiten Mal ins Vorarlberg Museum. Je öfter ich dort bin, desto mehr begeistere ich mich für dieses Haus. Sehr anschaulich und interessant aufbereitete Vorarlberger Geschichte! Und dann bin ich – leider – das erste Mal ins Kunsthaus. Im zweiten und dritten Stock liegen in den riesigen kahlen Räumen nur ein paar Steine bzw. gebrannte Tonmugel auf dem Boden.

Ich habe mir erst gedacht, das sei wohl eine Art Besucher-Verarschung. Bei den einfältigen Steinen standen aber Leute, die alle sehr ernst und gebildet dreinschauten. In mir keimte der Verdacht, dass die einfältigen Steine womöglich Kunst sind und ich folglich ein ungebildeter Kunst-Banause bin? Ein Freund von mir, den ich für weise halte, klärte mich nun aber auf, was an den Steinen „Kunst“ sei: Kunst sei es, diese nichtssagenden Steine/ Tonscherben dem Volk – dem Steuerzahler – als Kunst zu verkaufen! Aha!

Edmund Nagel,
Wellenau 1, Bregenz

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.