Tatort Wald

Leserbriefe / 01.11.2013 • 18:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der Raubbau im Natura-2000-Gebiet Klostertaler Bergwälder geht leider weiter. Erst kürzlich wurden wieder zwei weitere Schneisen im Masonerwald Dalaas geschlagen, und das wieder ohne Naturverträglichkeitsprüfung! Schätzungsweise vier- bis fünfhundert fm Holz, die teilweise in der Nacht abtransportiert wurden. Nach Auskunft des zuständigen Naturschutzsachverständigen Rochus Schertler sollen die Schlägerungen dem Waldfachplan entsprechen. Dieser Waldfachplan legt allerdings als noch naturverträgliche Maßnahme „Einzelstammnutzung bis kleinflächige Verjüngungsschläge“ fest, nicht großflächige Abholzungen.Dieser Waldfachplan wurde mit erheblichem Aufwand an Steuergeldern erstellt.

Die erneuten Schlägerungen, die den Waldfachplan vollends ad absurdum führen, werden wieder mit Landesförderung gestützt, ohne die eine derartige Plünderung der Wälder nicht möglich wäre. Dass Erich Schwärzler den Spagat zwischen landwirtschaftlichen Interessen und Umweltinteressen nicht zustande bringt, ist wieder bestätigt. Sein Feigenblatt Georg Willi, der Ersteller des Waldfachplans, wurde nach seiner Pensionierung vom Land wieder geholt und mit lukrativen Aufträgen eingedeckt, um den eigenen Waldfachplan auszuhebeln – ein Absurdum am Rande.

Welche Haltung wird nun der vom Land initiierte neu gegründete Verein zum besseren Schutz des Natura-2000-Gebietes Verwall/Klostertaler Bergwälder einnehmen? Wird es weiterhin vordringlichstes Anliegen sein, der Bevölkerung den Wert des Europaschutzgebiets näherzubringen, oder wird der Schwerpunkt doch bei der Besucherstromlenkung liegen? Schweigen im Walde!

Franz Ströhle, Obermarias-Matón 197a, Dalaas