Präsident als Zankapfel

Leserbriefe / 01.06.2014 • 18:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Sie ist also geschlagen, die EU-Wahl, die erste Wahl, bei der der Wähler auch europäische Kandidaten wählen konnte, so wurde es uns zumindest vorgegaukelt. Die EVP wurde trotz großer Verluste zum Wahlsieger erklärt, somit war eigenlich klar, dass Jean-Claude Juncker der künftige Kommissionspräsident wird. Aber dass der Wählerwille nicht immer der Weisheit letzter Schluss ist, müssten wir eigentlich schon lange­ wissen. In dieser Frage reicht es nicht, ein europäi­sches Votum abzugeben, nein, es müssen noch alle Staats- und Regierungschefs gefragt werden. Doch die einzelnen Länder zeigen genau das Hauptproblem der Union auf und halten den Bürgern den Spiegel für so viele Entscheidungen vor. Ich wundere mich nicht über die Politikverdrossenheit der Menschen, denn es ist für den Wahlgewinner noch lange nicht sicher, ob er sein Amt überhaupt antreten kann, zuerst müssen noch 28 andere mitreden. Übrigens, das ist beim Thema Wahlversprechen auf nationaler Ebene etwa dasselbe. Mitbestimmen zu dürfen ist ein sehr mühsames Thema.

Tobias Kieber,

Auweg 50/4, Schruns

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