„Wurst will eine Entscheidung“

Leserbriefe / 18.06.2014 • 20:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Unter obgenannter Überschrift war am 2. Juni in den VN zu lesen: „Conchita Wurst ist ungeduldig, was die Gleichstellung von Homosexuellen anbelangt. Ich verstehe nicht, warum die absolute Gleichstellung noch nicht stattgefunden hat“, sagte diese Sängerin am Samstag im „Journal zu Gast“. „Ich brauche keine Diskussionen, sondern eine Entscheidung.“ Dazu würde ich der „Frau“ erwidern, dass man erstens oft erst durch Diskussionen zu Entscheidungen kommt und man zweitens im Fall von Kindesadoption erst recht nicht um eine Diskussion herumkommt, weil es hier nicht nur um das eigene Glück geht, sondern um das Recht eines Kindes und dessen Glück. Wie kann man einfach über die Köpfe von Kindern hinweg entscheiden, ob sie in einer normalen Familie mit Vater und Mutter aufwachsen wollen oder nicht? Wie kann man so sicher sein, dass es ohnehin keine Rolle spielt, ob zwei gleichgeschlechtliche Partner die Elternrolle übernehmen? Wieso gab es denn vor einiger Zeit sogar die Besorgnis, dass Kinder (und hier vor allem Buben) im Kindergarten und in der Volksschule fast nur noch von Frauen umgeben sind? Auf einmal keine Rede mehr davon, nur weil Conchita Wurst den Song Contest gewonnen hat? Hier geht es nicht um das Pochen auf eigene Wünsche bzw. um Diskriminierung, sondern um die Kinder, das kostbarste Gut, und deren Wohl.

Gerda Kopecny,
Rudolfstraße 13, lustenau

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