Ehrbare
Rechtschaffenheit

Leserbriefe / 22.06.2014 • 18:04 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Reichensteuer macht das Kraut nicht fett. So tönt es sinngemäß in ähnlichen Formulierungen schon seit geraumer Zeit aus einigen – nicht aus allen! – ÖVP- und Wirtschaftskreisen.

In Anbetracht des angehäuften Schuldenbergs von rund 230 Milliarden Euro, die wir uns selbst und weiteren Generationen aufjochen, scheinen 500 Millionen Euro als minimal geschätzter jährlicher Ertrag aus der Reichensteuer als bedeutungslos und nicht hilfreich.

Also haben die Blockierer und Bremser recht? Sie übersehen geflissentlich, dass sie mit ihrer Haltung eine Wunde in das Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung schlagen. VN-Redakteur Johannes Huber spricht in seinem Kommentar vom vergangenen Samstag (14. 6. 2014) gerade diesen Gedanken an. Haben wir doch in Österreich 800.000 Menschen, die an der Armutsgrenze und 500.000, die sogar in bedrückender Armut leben. Es ist doch eine ganz einfache Frage der Gerechtigkeit: Soll der Mittelstand durch die allzu hohe Besteuerung der Arbeit die Hauptlast der Finanzierung des Staates tragen, sollen die Armen auf Dauer ihr beschwerliches Dasein fristen? Wohl nein! Es wäre ein Akt ehrbarer Rechtschaffenheit, die 75.000 wirklich Wohlhabenden – und nicht die Häuslbauer! – zu einem maßvollen Beitrag für den Staatshaushalt anzuhalten. In der Schweiz geschieht es; bei uns wäre das Parlament am Zug!

Alois Schwienbacher,

kopfstrasse 14c, altach

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