Festspiele

Leserbriefe / 05.08.2014 • 20:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Am Mittwoch, 30. Juli, fand eine Aufführung der „Zauberflöte“ statt. Den ganzen Nachmittag regnete es fast ununterbrochen in unterschiedlicher Intensität. Ab ca. 19.30 Uhr kamen Lautsprecherdurchsagen in viertelstündlichen Abständen mit dem Hinweis, dass gegen

20.45 Uhr entschieden werde, ob die Aufführung stattfindet oder nicht. Um 20.45 Uhr kam während heftigen Regens die Durchsage, dass die Wetterlage ungewiss sei und man abwarte, wie die Wetterprognose sei. Drei Minuten später kam bei leichtem Regen die Durchsage, dass die Aufführung stattfinde, der Regen nachlassen würde. Die Aufführung wurde bei leichtem Regen begonnen und bei heftigem Regen bis zum Ende durchgeführt. In den wenigen Minuten bis zum pünktlichen Beginn konnten nicht alle Besucher Platz nehmen; was ja keine Rolle spielte, denn zu Beginn kommt ja eh nur „ … ein Schiff …“ .„Früher“ wurde eine 60:90 Regelung getroffen: bei Regenwetter wurde das Spiel beendet. Das ist ein Märchen von „gestern“. Jetzt wird bei Regen begonnen und bei heftigem Regen weitergespielt bis zum nassen Ende. Über 6000 Personen, so viele finden Platz, haben keinen überdachten Pausenplatz. Sie haben sich regenfit zu machen unter regnerischem Himmel. Es gibt am See kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Ausrüstung. Die „Zauberflöte“ ist praktisch ausverkauft. Man kann die Oper, eine der schönsten der Opernliteratur, bei jedem Wetter beginnen und zu Ende spielen. Die Premiere war am Mittwoch. Absagen nicht mehr nötig. Wer Karten hat, kann sicher sein, dass bei jedem Wetter die ganze Oper zu sehen sein wird. Da spülen pro Aufführung trockene oder nasse Festspiel-„Gäste“ an die 400.000 Euro in die Kassen. Zusammen mit Steuer- und Sponsorengeld viel „erwirtschaftetes“ Kapital, mit dem man viele Opernproduktio­nen und andere Dinge in die Hand nehmen kann. Die Spekulanten haben die Festspiele fest im Griff. Wer bereits Karten hat, sollte im Fall der Fälle noch etwas in gute Ausrüstung investieren. Das ist jedoch Privatsache, oder?

Dr. Josef Walser,
Hafnergasse 17a, Dornbirn

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