Steuerreform

Leserbriefe / 12.08.2014 • 18:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Von verschiedener Seite (kürzlich LH Kaiser, Prof. Schneider) wird argumentiert, dass das Geld aus der Steuerreform sich über den dadurch möglich werdenden Mehrkonsum selbst finanziere. Man kann sich das so vorstellen: Der Staat gibt Leuten 100 Euro in Form von Verringerung der Lohnsteuer. Diese werden sofort in die Wirtschaft gepumpt. Der Staat erhält für diesen Mehrkonsum 10 oder 20 Prozent Mehrwertsteuer. Der Staat gibt 100 und erhält 20. Wenn man dann noch hinzurechnet, dass der Staat durch den Konsum Ertragssteuer in Größenordnung von 50 Prozent dieser 10 Euro, das sind 5 Euro, erhält, dann erhält der Staat bestenfalls 25 Euro von den 100, die er über die Steuerreform hergibt. Ein seltsames Finanzierungsmodell. Dabei bringt die Steuerentlastung Erleichterung für Monatseinkommen höher als brutto 1300 Euro. Leute, die weniger verdienen, die mit dem Exixtenzminimum oder weniger auskommen müssen, also die wirklich Armen, haben von dieser Steuerreform nichts. Derzeit fallen jedes Jahr für Zinsen pro Staatsbürger 1000 Euro an, gehen ca. acht Milliarden über das Budget an Leute, die so reich sind, dass sie es dem Staat Österreich leihen können. Diese acht Milliarden fehlen in der Bildung, in der Armutsbekämpfung und für Wirtschaftsimpulse. Wenn so weiter gewirtschaftet wird, werden die Finanzmärkte, und in weiterer Folge die EU, absehbar mit uns ähnlich freundlich umspringen wie mit Griechenland.

Steuerreformen, die nicht wirklich finanziert sind, führen zu Mehrschulden anstatt zur Verringerung. Und die Finanzierungsmodelle, die derzeit herumgeistern (500 Millionen aus der Registrierkassenpflicht für Gastwirte, Einführung der Vermögens- und Erbschaftssteuer mit höheren Freibeträgen sollen ein drei Mal höheres Steueraufkommen bringen als die frühere Vermögenssteuer, Eisenbahn und Post), sind unrealistisch.

Anton Thurnher,

Thomasbündt 7, dornbirn

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