Pietät auf Kosten des Steuerzahlers

Leserbriefe / 13.08.2014 • 20:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Alle Bürger und Bürgerinnen Österreichs, die die Tätigkeit oder Person der kürzlich verstorbenen Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer kannten oder wahrnahmen, bedauern ihren Tod und verneigen sich in Ehrfucht und Dankbarkeit vor ihrer Leistung. Sei es als anerkannte Demokratin, Spitzen-Parlamentarierin, Vertreterin der Fraueninteressen oder hoch angesehene Politikerin mit Visionen. Tagelang berichteten TV, Radio und Printmedien etc. sehr kompetent und ausführlich, über ihren zu frühen Tod und ehrten ihr Lebenswerk. Ob es allerdings im Interesse ihrer Bescheidenheit lag, dass nun die Bundes-Obrigkeit in sämtlichen österreichischen Tageszeitungen sowie allen Wiener Bundesmedien in zwei ganzseitigen Anzeigen nochmals auf ihren Tod hinweist, bezweifle ich sehr. Die Verhältnismäßigkeit, hierfür Hundertausende Euro aufzuwenden, ist in einer starken Schieflage. Dazu kommt, dass noch dazu die Parlamentsleitung und auch die Regierung mit den Ministern jeweils separat inserierten. Warum genügt hier nicht eine gemeinsame Halb- oder Ganzseite in den VN anstatt dafür zwei eigene Seiten zu buchen? Wenn man bedenkt, dass alleine eine Ganz-Seite in einer Regionalzeitung rund 30.000 bis 40.000 Euro kostet, kann man leicht hochrechnen, dass die (Steuerzahler-)Kosten weit jenseits der Million liegen. Bei allergrößter Pietät, denke ich, dass Frau Prammer so etwas nie gewollt hätte. Ein Wunder, dass der Verein „Bund der Steuerzahler“ nicht laut aufjault. Eine würdige und ihrem Status gebührende Verabschiedung in der Säulenhalle des Parlaments
bzw. das Staatsbegräbnis
ist selbstverständlich angemessen.

Franz wölfler,

Mozartstrasse 11, dornbirn

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