Gesundheits­politik auf ­falschem Weg

Leserbriefe / 10.11.2014 • 19:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 10. Oktober 2014.
VN-Bericht vom 10. Oktober 2014.

Als ehemalige Stadträtin von Bregenz mache ich mir ernsthafte Sorgen um die Gesundheitspolitik in unserer Stadt. Ohne Bedenken wird der Dienstposten des Stadtarztes nicht mehr nachbesetzt. Seine Aufgaben sollen künftig die niedergelassenen Ärzte übernehmen. Eine Lösung, die wir schon einmal hatten, die dann aber am Geld scheiterte. Entgegen aller Vernunft in der medizinischen Betreuung unserer Bevölkerung wird nun auch das Sanatorium Mehrerau dem Gott des schnöden Mammons geopfert. Das Sanatorium ist uns Bregenzern ans Herz gewachsen, weil es bei aller medizinischer Innovation und Erneuerung immer ein Krankenhaus mit Herz war. Mit einer Investition von fünf Millionen Euro wurde das ­Sanatorium erst vor sieben Jahren renoviert und als Belegs- und Nachsorgekrankenhaus etabliert. LH Sausgruber und Gesund­heitslandesrat Wallner betonten damals, das Sanatorium werde auch in Zukunft einen festen Platz im Versorgungsgefüge des Landes einnehmen. Heute ist alles anders. Weil sich das Kloster das Spital nicht mehr leisten kann, wird es nun um zwei Millionen Euro in eine Zehn-Betten-Palliativstation umgewandelt. Das Sanatorium als Nachsorgeeinrichtung und Krankenhaus, an dem auch kleinere Operationen durchgeführt wurden, ist damit Geschichte. Und die Verantwortlichen der Stadt applaudieren dazu. Was ist das für eine Gesundheitspolitik, die des Geldes willen wichtige Einrichtungen und Dienstposten einfach abschreibt?

Elisabeth Lugmayr,
Stadträtin i.R.,
Ammianusstraße 1, Bregenz