Mangel an ­Empathie?

Leserbriefe / 13.11.2014 • 18:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es gibt eine Partei in Österreich, die die Menschen in ihrer Not unterstützen will, ihre Wut aber für sich nützen will („Wir verstehen eure Wut“ war ein Wahlslogan) und sie dazu bringt, andere als Schuldige zu definieren, die nichts dafür können und selbst in einer äußerst schwierigen Lage sind. Besteht da gar keine Empathie – kein soziales Empfinden – für andere Menschen, die grauenvollen Lebensumständen entfliehen wollten; ist für sie unsere christliche Religion, die Nächsten- und Fremdenliebe predigt, ein Vehikel, um Egoismus, unsolidarisches Verhalten, die eigene Kultur und das eigene Wohlbefinden über alles andere zu stellen (Sozialleistungen für Österreicher, nicht für Sozialschmarotzer, ist ihre Devise). Niemand löst irgendein Problem mit solchen Aggressionen und Ausgrenzungen. Es darf nicht wieder zu der Einstellung kommen, dass man aufgrund der Farbe, Sprache oder Kultur über anderen steht! Das hatten wir schon einmal mit katastrophalen Auswirkungen. Wenn ich mir so manche Aussage anhören muss, schüttelt es mich durch, dass dermaßen rassistische Aussagen wieder möglich sind. Manch ein Thema, das diese Partei aufgreift, bedrückt viele von uns. Aber hoffentlich nur wenige Österreicher fühlen sich angesprochen, wenn Politik auf dem Rücken von Schwachen und Unterstützung brauchenden Menschen gemacht wird. Das entspricht nicht unserer Kultur, die auf einer solidarischen Demokratie und Vielfalt aufbaut.

Mag. Christiane Url,

Freundsbergstrasse 24,

6020 Innsbruck