Modernes „David gegen Goliath“?

Leserbriefe / 13.11.2014 • 18:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Warum pilgern 3000 Neugierige aus Japan und Korea jährlich nach Feldheim (ehemalige DDR, 83 km von Berlin entfernt), einem Dorf mit 130 Einwohnern? Um ein „Wunder“ mit eigenen Augen zu sehen! Dem Dorf ist es gelungen, seine eigene elektrische Versorgung zu etablieren. Dafür bekam es auch 2010 vom Agrarministerium den Preis für das „bioenergetische Dorf“. In Feldheim ersetzen Wind, Sonne und Schweineexkremente Erdöl, Gas und Nuklearenergie. Da die gewonnene Energie für 40.000 Haushalte reicht, werden 95 % des E-Stroms exportiert. Allein die 47
(100 bzw. 200 Meter hohen)
Mühlen, auf 86 Hektar errichtet, produzieren neun Millionen kWh pro Jahr, was für die Versorgung von 2250 Familien reicht. Die notwendige Gärung von Kot und Urin wird mithilfe von pflanzlichen Substraten möglich; seit 2008 entstehen dadurch vier Millionen kWh Strom, also genug Wärme für Schweinestall und Dorfbewohner. 200 Sonnendächer produzieren vier Millionen Megawatt, die für 1000 Haushalte reichen. Das Kilowatt kostet 16,6 Cent (statt den in Deutschland üblichen 28,30 Cent). 50 neue Arbeitsstellen wurden geschaffen, ein kleines metallurgisches Unternehmen konnte aufgebaut werden, die Einwohner verlassen ihr Dorf nicht mehr, die Agrarkooperative konnte sich vergrößern, da sie jährlich 300.000 Euro sparen konnte! Die hartnäckigen Fracking-Befürworter sind eingeladen, sich zu Japanern und Koreanern zu gesellen, um ins Mekka der mutigen, lebendigen und zukunftsträchtigen Energiegewinnung zu pilgern.

Marie-Therese Mercanton, Oberer Illrain 33c, Bludenz