Umstrittene
Grenzwerte

Leserbriefe / 14.11.2014 • 17:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Werden Resultate von Hochfrequenzmessungen bekannt gegeben, dann weist man immer gerne auf den Grenzwert von 10.000 Milliwatt/m2 (ÖVE/ÖNORM E 8850) hin, der so unglaublich hoch ist, dass man ihn noch lange nicht erreicht hat. So auch im Leserbrief „Immissionen durch Stadtwerke–WLAN“. Kann man den Grenzwerten, die zum Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischer Strahlung eingeführt worden sind, vertrauen? Dazu ein Satz aus dem Einspruch der österreichischen Ärztekammer im Jahre 2005: „Eine Unterstützung der Vornorm ÖVE/ÖNORM E 8850 wird aus haftungsrechtlichen Überlegungen abgelehnt, da nicht ein Dokument mitgetragen werden kann, das offensichtlich die erforderlichen Schutz­erwartungen nicht erfüllt.“ Folgendes Zitat stammt vom deutschen ­Mediziner Prof. Dr. med. Franz Adlkofer, der im April dieses Jahres in Würzburg über das Thema „Der Umgang der Politik mit dem Strahlenschutz der Bevölkerung“ referierte: „Die geltenden Grenzwerte sichern der flächendeckenden Ausbreitung der Strahlentechnologie die rechtliche Grundlage, ohne dass auf gesundheitspolitische Bedenken in nennenswerter Weise Rücksicht genommen werden muss.“

Die Grenzwerte schützen tatsächlich also vor allem die Interessen von Wirtschaft und Politik und nicht die Bevölkerung.

Annelies Ess,

Klosterstraße 20,
Feldkirch