Keine Kirche hat die Botschaft des Christentums ­gepachtet

Leserbriefe / 16.11.2014 • 18:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Nach meinem Besuch bei Papst Franziskus im Oktober 2014 ist mir klar geworden, dass der Papst in seinem Inneren die Menschen liebt und ihnen mit der Barmherzigkeit Gottes begegnet. Leider scheint es mir, dass es viele Bischöfe, Kardinäle und Priester, aber auch Laien gibt, die glauben, zu wissen, wie Gott mit den Menschen umgehen muss und dass Gott zwischen „Kommunionfähigen“ und „Kommunion­unfähigen“ unterteilt. Ich bin als Bischof der Altkatholischen Kirche und als Christ berechtigt, diese Botschaft der Liebe zu verkünden.Nach unserer Glaubensüberzeugung sind wir alle Gäste am Tisch unseres Herrn, und Jesus nimmt uns an, wie wir sind. Jesus sagte, um seine Nachfolger zu ermutigen:

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“ (Mt 11, 28). Diese dauernde Diskriminierung der Menschen, ob sie berechtigt sind, Sakramente zu empfangen, insbesondere die Kommunion, führt meines Erachtens zu Unsicherheit in Glaubens-fragen und zur inneren Verletzung der Menschen. Sakramente sind Möglichkeiten, die Geschenke Gottes an die Menschen liebevoll weiterzugeben, ohne „Wenn und Aber“. Nur Gott kann uns gerecht werden.

Mit dem Spruch: „Dort wo die Liebe existiert, dort wohnt Gott“ wünsche ich mir eine Kirche der Liebe und Barmherzigkeit.

Mag. Dr. John Okoro,
Bischof der Altkatholischen Kirche Österreichs,
Schottenring 17/1/3/12,
1010 Wien