Babyfreuden –

Leserbriefe / 18.11.2014 • 18:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kindererziehung

Wieder mehr Lust auf Babyfreuden, das ist erfreulich. Erfreulich wäre auch, wenn die Eltern auch jenen hohen Stellenwert der innerfami­liären Kinderbetreuung bekommen würden, wie der der außerfamiliären Betreuung. Oder braucht es zuerst pädagogische Gehschulen für werdende Eltern und Grundkurse für die Eltern-Kind-Kommunikation? Ist es wirklich positiv, wenn wir in der externen Kinderbetreuung aufholen, wie es der Familienverband meint, wenn man folgende Stichworte von Studien und Referaten liest: Die ganze, gesamte Bildungsforschung sagt „Die Kinder von ein bis drei Jahren brauchen keine Bildung, sondern brauchen Bindung, nicht gebundene Kinder können nicht gebildet werden!“ (Prof. Wolfgang Leisenberg). „Je mehr Zeit kumulativ Kinder in einer Einrichtung (Krippen) verbrachten, desto stärker zeigten sie später dissoziales Verhalten. Unter den ganztags betreuten Kindern zeigte ein Viertel im Alter von vier Jahren ein Problemverhalten, das dem klinischen Risikobereich zugeordnet werden muss“ (Dr. R. Böhm). Ist es daher nicht sinnvoller, mehr in die innerfamiliäre Kinderbetreuung zu investieren, als die externe Kinderbetreuung zu fördern? Vielleicht könnte der Familienverband auch dafür eintreten, dass die vielen Mütter, die ihre Kinder zu Hause erziehen und betreuen, auch jene Wertschätzung und Anerkennung erhalten, finanziell gefördert und pensionsrechtlich versorgt werden wie z. B. eine subventionierte Kinderbetreuung.

Norbert Bolter,

Gitzebühel 9, Koblach