Bundesheerchen

Leserbriefe / 19.11.2014 • 18:04 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 14. November 2014.
VN-Bericht vom 14. November 2014.

Nicht, dass mich die österreichische Innenpolitik als gelebte Realsatire erstaunen würde, oder die Existenz zahlreicher Österreicherwitze im Ausland – das ist alles auf trostloseste Weise angemessen. Doch die Posse, die derzeit das Bundesheer teils erdulden muss, teils selbst inszeniert, ist ein Tiefpunkt, der kaum zu unterbieten ist. Ein Militär soll töten können müssen, stattdessen folgt stets eine realitätsverbiegende Selbstdarstellung als eine Art Lawinenschutztruppe oder Sandsackstopfer, nur eben ohne brauchbares Equipment. Und – offenbar eine weitere Kernkompetenz – die Blasmusikkapellen drohen auch auszudünnen. Ich sehe zwei Möglichkeiten: Budget massiv rauf, schlagkräftiges Heer (unrealistisch) oder abschaffen und der 24. Staat ohne Streitmacht werden. Alle Bürger(innen) machen unterschiedlos ein soziales halbes Jahr, das Bundesheer wird zum technischen Katastrophenhilfsdienst umfunktioniert, alles Unnötige versteigert. Finanziert wird das durchs vormalige Verteidigungsbudget sowie Assistenzleistungen im Ausland. Die ethisch fragwürdige Kriegswaffendealerei kann gleich mit abgeschafft werden. Es braucht ohnehin vorwiegend Aufschneefahrzeuge, was immer das genau sein möge. Eine Außenverteidigung ist unnötig, kann aber zugekauft werden, so wie das San Marino, Monaco und Andorra auch tun. Ein unbewaffnetes kleines Land in Mitteleuropa ist ein sehr sicherer Ort, selbst ohne jeden formalen Schutz. Behalten werden könnte die Luftraumüberwachung, weil die nur international eingebunden funktioniert. Ansonsten: Eine Kunstflugstaffel erster Güte bilden, wie sie jedes Land mit etwas Selbstbewusstsein besitzt.

Lothar Herburger,

Brauerweg 5, Lochau