Marginalisierung des Naturschutzes

Leserbriefe / 20.11.2014 • 20:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief von Dr. Sprenger, VN vom 14.11.2014:

Für den fortschreitenden Verlust blühender Landschaften in Vorarlberg und die Verbauung der Berge, siehe „Panoramabahn“, sind allein die Politik und jene Kreise, welche die Natur in erster Linie als reichlich sprudelnde Geldquelle wertschätzen, verantwortlich zu machen. Die Umweltverbände wehren sich nach Kräften gegen die Ausplünderung der Natur, werden aber nur allzu oft kaltgestellt. Wie die behördliche Bewilligungspraxis bei touristischen Großprojekten zeigt, tut sich die Politik immer schwerer damit, dem Naturschutz öffentliches Interesse zuzuerkennen. Gesetze sind so gut wie ihr Vollzug. Gerade die unter das Umweltrecht fallenden gesetzlichen Regelungen haben aber oft nur noch eine Alibifunktion und werden zum Schaden des Landschaftsschutzes zurechtgebogen. Während der Naturschutz in den 1980er- und 1990er-Jahren bei vielen Politikern noch einen Stellenwert hatte, kämpft er unter den jetzigen Bedingungen einen ungleichen Kampf. Wer sich nicht damit abfinden will, dass immer mehr Grün von Beton und Stahl überwuchert wird, der sollte seine Augen nicht länger vor dieser Entwicklung verschließen. Der Aufrüstungsspirale in den Berggebieten gehört Einhalt geboten. Die totale Erschließung des Arlbergs mit Liften ist eine Schande für Lech und hat mit einem naturschonenden Tourismus nichts mehr zu tun. Weil die Natur nicht sterben darf, muss sich die Zivilgesellschaft wieder mehr Gehör verschaffen.

Lothar Petter, Mag. Markus Petter, für den Alpenschutzverein für Vorarlberg,
Am Kehlerpark 1, Dornbirn